Stoppt die Ferkelkastration in Deutschland!

Ferkelkastration in Deutschland

Die betäubungslose Ferkelkastration wird derzeit umfangreich und auf allen Ebenen oft sehr emotional diskutiert. Dabei wird zentral auf das Interesse der Landwirte abgestellt, an der Praxis der Ferkelkastration festzuhalten. Die Begründungen gehen dabei von einer Notwendigkeit für die weitere wirtschaftliche Existenz bis hin zu gewissenloser Gewinnmaximierung. Das ist alles grober Unfug!

Kein Tierhalter kastriert aus purer Freude oder weil er damit deutlich mehr verdient. Der Eingriff wird vielmehr deshalb vorgenommen, weil die Abnehmer der Schweine in Deutschland auf die Kastration bestehen, d.h. für nicht kastrierte Tieren deutlich weniger bezahlen bzw. diese erst gar nicht abnehmen. Es ist also eine Forderung der Schlacht- und Verarbeitungsindustrie sowie letztlich des Handels, dass wir unsere Tiere kastrieren müssen. Eine seit Jahrzehnten gängige Praxis, aus der ein einzelner Landwirt kaum aussteigen kann. Kurz zum Kräfteverhältnis: es gibt in Deutschland noch 8.000 Ferkelerzeuger (hauptsächlich Familienbetriebe), dem gegenüber stehen zehn marktdominante industrielle Schlachtunternehmen und fünf große Lebensmitteleinzelhändler.

Es ist klar, wer da definiert, was in deutschen Ställen passiert. Die großen Import-Nationen, die Ferkel nach Deutschland rein liefern, haben derweil ihre Rahmenbedingungen auf die deutsche Nachfrage für Ferkel eingestellt und erlauben das Kastrieren unter lokaler Anästhesie durch den Landwirt, was die LFD sehr kritisch sieht. Das Thema ist also für die Importtiere anders geregelt als für die regionale deutsche Erzeugung. Von den von Politikern immer wieder betonten vorhandenen vier Optionen für die Ferkelkastration sind zwei definitiv keine Lösung: Isofluran ist für unsere Mitarbeiter schädlich, fünf Stunden Vollnarkose ist für die Ferkel schädlich – und: für beide Verfahren fehlt gänzlich die zusätzliche Anzahl an Tierärzten.

Wir bezweifeln außerdem, dass eine Vollnarkose bzw. die Inhalationsanästhesie für die Ferkel wirklich so eine gute Lösung ist. Sie werden trotzdem von der Mutter entfernt, können nicht im nötigen Umfang Milch erhalten, laufen Gefahr zu unterkühlen, bekommen im Zweifel zwei Spritzen, und mal ehrlich: wer bekommt keine Angstzustände, wenn einem der Kopf in einen schwarzen Trichter gesteckt wird? Ausserdem bleibt die Wunde als Keimeintrittspforte sowie der Wundschmerz. Damit bleiben aus Sicht der LFD lediglich zwei sinnvolle Methode: die Mast von Jungebern und die Immunokastration. Da bleiben die Tiere voll intakt und erleben keinen zusätzlichen Stress während der Säugephase. Um das ab dem 01. Januar 2021 zu erreichen, ist ein gänzliches Verbot der Schlachtung von kastrierten Tieren in Deutschland der beste Weg.

Dann herrschen klare Vorgaben für alle Marktteilnehmer und es ist für die Tiere wirklich was erreicht. Nutz der Landwirt die Immunokastration ändert sich für ihn, wie auch für die Verarbeitung der Tiere, nahezu nichts. Und um dem Problem von schlechtem Fleischgeruch bei der Ebermast einzelner Tiere zu begegnen, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen die Aufrüstung von Technik am Schlachtband zur Identifikation betroffener Tiere, zum anderen die Schlachtung von Ebern zu einem früheren Zeitpunkt, also vor der Geschlechtsreife (bei 100 Kilogramm statt bei 115 Kilogramm Lebendgewicht). Beides sind in anderen EU-Ländern, wie Holland, Spanien, UK, bereits weit verbreitete Verfahren und haben ihre Praxistauglichkeit bewiesen.

Stoppt die Ferkelkastration in Deutschland!

Die derzeit meistdiskutierte Methode ist die Betäubung mit Isofluran, die künftig, so eine Überlegung, auch von den Mitarbeitern der jeweiligen Betriebe durchgeführt werden kann. Diese von Seiten der Politik derzeit favourisierte Methode stellt für die LFD Holding keine Lösung dar. Warum: Isofluran ist für deren Mitarbeiter schädlich, die Vollnarkose und Trennung von der Mutter sind für die Ferkel schädlich, und es bleibt eine Wunde mit all ihren Nachteilen – nicht zu Unrecht erfährt dieser Vorschlag die Kritik von Veterinärorganisationen und Tierschutzverbänden. Es bleiben aus Sicht der LFD nur zwei sinnvolle Methoden: Ebermast oder Immunokastration, „Ein ganz großer Schritt in Richtung Tierschutz wird getan, wenn wir in Deutschland generell nur noch intakte Tiere aufziehen“ erklärt Jörn Göbert, Geschäftsführer der LFD-Holding. “Da eine umfangreiche Umstellung auf Ebermast aufgrund der abweichenden Fleischqualität nicht sinnvoll ist – wir rechnen mit maximal 10% – befürworten wir die flächendeckende Einführung der Immunokastration mit Improvac in Deutschland“. Bei diesem Verfahren bleibt die Fleischqualität vergleichbar erhalten, da sich die Tiere einfach langsamer entwickeln.

Erklärvideo:

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Jetzt mitmachen! Adressieren Sie die Forderung nach einem Verbot der Ferkelkastration in Deutschland über das untenstehende Kontaktformular direkt an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Unsere Forderung an die Politik:

Wir Fordern ein generelles Verbot der Ferkelkastration, sowie der Schlachtung, Verarbeitung und des Handels mit kastrierten Tieren in Deutschland.

#stopptdieferkelkastration

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